Hintergrundberichte: Kapitän Gorden Maschwitz im Interview

Bild von Simon

Maschwitz greift an

Kurz vor seinem Abflug nach Deutschland treffen wir Gorden Maschwitz, den neuen Kapitän der 6. Herren, in der Flughafenlounge von Palma de Mallorca. Etwas verzottelt und in Flip-Flops und Bermudas "gekleidet", verkörpert der smarte Surferboy die Gelassenheit eines Mannes, der eine klare Vorstellung seiner Fähigkeiten hat.

Sechste Herren Online Redaktion: "Hallo Herr Maschwitz, ihr Urlaub geht zuende. Weiß Trainer Schirmer denn, dass sie hier auf Mallorca herumlümmeln, anstatt wie angekündigt Tempoläufe in den Hochebenen Zentralafrikas zu absolvieren?"

Maschwitz: "Ja, die 14 Wochen Urlaub sind wirklich viel zu schnell vorüber gegangen... schade eigentlich. Und wie ich sehe, machen sie sich Sorgen um meine Fitness?"

SHOR: "Wir haben vergangenen Sonntag eine überzeugende Leistung ihrer Mannschaftskameraden gesehen, welche nicht zuletzt auf eine starke körperliche Verfassung zurück zu führen ist." BITTE WEITERLESEN KLICKEN

Maschwitz: "Ich habe da keine Bedenken. Auf meiner Reise hatte ich Lars, meinen Fitness-Coach und Spielerberater dabei. Der hat schon darauf geachtet, dass meine Diät stimmte und ich meine Übungen mache."

SHOR: "Abgesehen von ihrer körperlichen Verfassung - wie einfach wird es für sie, nach der verpassten Vorbereitung wieder ins Team einzusteigen?"

Maschwitz: "Die Frage wäre berechtigt, hieße mein Verein HSV oder FCB. Aber es zeichnet die 6. Herren St. Pauli aus, sehr kumpelhaft und hilfsbereit zu sein. Einige der Neuzugänge kennen mich noch nicht, es wird sicher spannend sein zu sehen, wie sie das Gesicht der Mannschaft verändert haben. Ich glaube nicht, dass mir meine Rolle als Kapitän dabei im Wege stehen wird, meinen Platz in der Mannschaft zu finden."

SHOR: "Stichwort Kapitänsbinde. Sie haben David Fortmann in diesem Amt abgelöst, was werden sie besser machen?"

Maschwitz: "Die Frage ist falsch gestellt, es geht hier nicht um besser oder schlechter. Vielleicht mache ich ein paar Dinge anders. Wichtig ist vor allem, dass ich das Vertrauen der Jungs rechtfertige, sie auf und neben dem Platz gut vertreten zu können."

SHOR: "Sind sie ein aggressive Leader?"

Maschwitz: "Ich weiß nicht, in welcher komischen PR-Agentur sie diesen Begriff schon wieder aufgeschnappt haben. Wenn sie aber meinen, dass ich mich zum Platzhirsch aufplustern werde - nein. Aber ich glaube schon, dass man z.B. in einer brenzligen Spielphase als Vorbild voran gehen muss. Und wenn es die Situation erfordert, dann zeigt man eben auch einmal seine aggressive Seite."

SHOR: "Schon in ihrer zweiten Saison nehmen sie eine zentrale Rolle im Mannschaftsgefüge und der taktischen Ausrichtung der Elf ein. Ging ihnen das ein bisschen zu schnell?"

Maschwitz: "Ich war selbst etwas überrascht, aber ich hatte ja die freie Wahl, diese Rolle anzunehmen. In erster Linie ist das natürlich ein Kompliment, das mir Mannschaft und Trainer machen. Jetzt ist es an mir, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Ich bin auf jeden Fall nicht der Typ, dem so eine schnelle Entwicklung zu Kopf steigt."

SHOR: "So sehen sie auch nicht aus..."

Maschwitz: "Wenn sie auf mein Surfer-Image anspielen sollten: ich kann auch anders!"

SHOR: "Immer mit der Ruhe! Aber wir sehen schon, sie sind heiß auf die Saison. Was erwarten sie sich konkret von der kommenden Spielzeit?"

Maschwitz: "Eine Steigerung, ganz klar. Das bedeutet nicht, dass wir keine Fehler machen dürfen, die macht jeder. Aber es ist mein Ziel, weniger Fehler zu machen und meinen persönlichen Beitrag dafür zu leisten, dass die 6. Herren ihrem Ruf gerecht werden."

SHOR: "Kämpferische Worte. Der Weg in das Team wird dennoch auch für sie über Training und Einsatz führen. Neben Trainer Michael Schirmer wird ihnen nun auch ihr Teamgefährte Simon Hagmann auf den konditionellen Zahn fühlen. Ihre Gedanken dazu?"

Maschwitz: "Wie gesagt, ich war im Urlaub nicht faul und hoffe, nicht zu weit hinter dem Rest der Mannschaft zurück zu liegen. Vor Simon habe ich aber schon etwas Bammel, andere Spieler haben mir von seiner beinharten Art berichtet..." *lacht* "Dann muss ich halt etwas leiden."

SHOR: "Sie sind am Sonntag gegen Niendorf schon wieder dabei?"

Maschwitz: "Ich lande Sonntag in Deutschland und schaffe es hoffentlich zum Spiel. Auf jeden Fall wünsche ich den Jungs den ersten Dreier auch in der Meisterschaft."

SHOR: "Wir danken ihnen für das Gespräch."